Elisabeth Daniela Weissitsch
Heute in aller Munde, war das Thema der nachhaltigen Lebensweise/Nachhaltigkeit nach meiner Matura noch kaum präsent. Ich habe 2013-2014 einen Europäischen Freiwilligendienst zu den geplanten UN-Zielen für Nachhaltigkeit absolviert und wurde als „Brokoli-ssi“ und Öko-Person oft belächelt. Zum Glück sieht das heute ganz anders aus. Auch wenn meine Regenwald-Vorträge in der Schule damals nicht auf Gretas Ressonanz stießen, bin ich enorm froh, dass es heute dieses breite Bewusstsein für unser Verhalten und dessen Auswirkungen gibt.





Bio-Produkte, Klimawandel, Umweltschutz sind alles Aspekte, die für Viele gelebte Realität darstellen und nicht mehr irgendwelchen Aktivist:innen zugeschoben werden. Auch wenn manche polarisieren (Stichwort: Klimakleber:innen), so sind doch schon viele Fortschritte seit der Zielsetzung 2015 passiert.
Was mir aber auffällt, ist das viele Menschen unter Nachhaltigkeit noch immer einen sehr eng gefassten Begriff verstehen, während eine nachhaltige Gesellschaft viel mehr als „Bäume pflanzen“ ausmacht. Es kann beispielsweise nachhaltiger sein einen Baum zu fällen, als ihn stehen zu lassen, bei Schädlingsbefall oder wenn er droht Infrstruktur zu zerstören. Das alles sind miteinander vernetzte Aspekte, zu denen sich viele Menschen intersektional, also übergreifend, Gedanken machen.
Die Sustainable Development Goals sind von der UNO definierte Ziele zur nachhaltigen Entwicklung. Genau heißt der Plan der Vereinten Nationen: UN-Aktionsplan „Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“. Darin sind 17 Ziele definiert, die dazu führen sollen eine gleichberechtigte, solidarische Gesellschaft zu bilden und für Frieden und Wohlstand zu sorgen. Das bedeutet, dass mehrere Aspekte notwendig sind, um eine nachhaltige Gesellschaft zu haben.
They recognize that ending poverty and other deprivations must go hand-in-hand with strategies that improve health and education, reduce inequality, and spur economic growth – all while tackling climate change and working to preserve our oceans and forests.
United Nations
Das Zitat der Vereinten Nationen sagt genau das aus: die Nachhaltigkeitsziele berücksichtigen, dass mehrere Aspekte ineinander greifen müssen: das Beenden von Armut ist verknüpft mit Strategien zur Verbesserung von Gesundheit, Bildung, dem Abbau von Ungleichheiten, und wirtschaftliches Wachstum. Parallel dazu muss man den Klimawandel bekämpfen, und genauso Meere und Wälder schützen.
The 2030 Agenda for Sustainable Development:
Im Haus der Europäischen Union in Wien fand zur Wegwerfgesellschaft und zum Nachhaltigen Konsum eine Podiumsdiskussion statt, welche Aufschlüsse über Fortschritte und ausständige Maßnahmen gab. Insbesondere die EU, die sonst oft als „zu langsam“ wahrgenommen wird, setzt hier schnelle Maßnahmen, die bindend sind. Ob das nun einheitliche Handy-Kabel sind, oder komplexere Angelegenheiten, wie das Lieferkettengesetz, es wirkt! Mich freut es schon sehr zu sehen, dass wir abseits der dramatischen klimapolitischen Entwicklungen auch irgendwo Hoffnung schöpfen können, denn so ganz habe ich den Willen nicht aufgegeben, dass es Sinn hat sich weiter für eine nachhaltige Welt einzusetzen.
Man kann überall nachhaltig sein: Müll trennen, weniger kaufen, Elektrogeräte abschalten, Licht ausschalten, Kühlschrank nicht lange offen halten, Wasser sparen, keine Lebensmittel wegschmeißen, Zug fahren, sich weiter bilden, Pflanzen anbauen, keine Billig-Kleidung kaufen und vieles mehr…
Konkret haben wir am Ende der Veranstaltung vermittelt bekommen: es wird viel auf EU-Ebene gesetzlich gemacht, aber unser Anteil am nachhaltigen Konsum sollte dabei auch eine Rolle spielen: Die Frage beim Kauf „Brauche ich das?“, Second Hand Kleidung, weniger fliegen und Fleisch, sind konkrete Dinge, die jede:R von uns beitragen kann. Das gilt heute (noch) mehr, als vor 10 Jahren.