Meinungsvielfalt in Krisenzeiten

Meinungsradikalisierung durch Corona

Nun gut. Wir haben sie gehört, die Corona-Leugner*innen, „Querdenker*innen“-Sektenangehörigen, und die „Trump-Rettungsmissions-Gläubigen“, sowie viele weitere Varianten unterschiedlichster Theorien vom „gesteuerten Virus“. Wer dieses Thema schon kennt und von Q genervt ist, kann gleich zum Meinungsaustausch scrollen!

Wir wissen, den meisten dieser Anhänger*innen fehlt etwas anderes und nicht die Maske ist das Problem. Oft sind es persönliche Krisen, Schulden, Familienstreit oder andere Sorgen. Dass hier verabsäumt wurde, rechtzeitig einzugreifen, soll nun nicht dazu führen, dass wir diese Gruppierungen zu sehr beim Wort nehmen und ihnen zu viel Aufmerksamkeit schenken. Ein Gespräch wird von diesen in den allermeisten Fällen nämlich nicht gewünscht (oder ist nicht möglich), typisch für Sekten, Fanatiker*innen und Dogmatiker*innen (hier funktioniert übrigens der selbe Mechanismus, wie bei extremistischer Religionsausübung).

QAnon wurde beispielsweise bereits 2019 vom FBI in den USA als einheimische Terrorgefahr eingestuft. Der sektenhafte Glaube von einer Elite, welche Kinder missbraucht und ihr Blut als Verjüngungsdroge konsumiert, kann den Anhänger*innen zufolge nur vom „Heilland“ Donald Trump (dem neuen „Jesus“) erlöst werden. Eine neue „Religion“ wurde auf Basis einer Pizzeria geschaffen- mindestens so fanatisch und ideologiebasiert, wie radikale Glaubensgemeinschaften, basierend auf jahrhundertealten „Märchenbüchern“. (Achtung! Ich spreche hier von Fundamentalismus, nicht von normalen gläubigen Menschen!). Während Corona erlebte diese „Szene“ selbstverständlich Aufwind, wie immer in Krisenzeiten – wehret den Anfängen!

Weniger so…
Mehr so!

Meinungsaustausch ist was ich will!

Ich möchte mich lieber mit Menschen unterhalten, die sich auch gerne austauschen und nicht nur schreien. Ich appelliere an alle anderen, diejenigen, die sehr wohl Gespräche führen möchten und auch bereit sind, die eigene Ansicht zu überdenken, die kritischen und interessierten Menschen, diejenigen, die nicht nur schimpfen, sondern auch an den Lösungswegen mitarbeiten und mitdiskutieren. Also egal, ob für oder gegen Lockdown, Öffnung oder Schließung der Schulen, oder anderen Kontroversen- die Menschen haben unterschiedliche Beweggründe für ihren Standpunkt! Hören wir wieder mehr zu !

Gegenseitig zuhören, statt aneinander vorbeischimpfen…

Wer schreit, überträgt das Virus übrigens am schnellsten. Schreier*innen mag ich aber sowieso nicht.

Magengeschwür

Das Wichtigste ist in so einer Zeit ruhig und sachlich zu bleiben. Kritisiert und hinterfragt, lasst Hasskommentare und Beschimpfungen nicht an euch heran und vor allem eines: verliert nicht die Geduld, indem ihr euch nur mehr aufregt. Das Einzige was passiert, wenn man sich über jeden Kommentar der Regierung ärgert, ist, dass sich Magensäure anstaut und einem schlecht wird oder (über längeren Zeitraum) ein Magengeschwür bekommt.

Zuhören ist gar nicht so schwer. Jede Ansicht hat irgendeinen „Hintergrund“.

Ärger führt zu nichts und wieder nichts. Weder werden dadurch Maßnahmen gelockert, noch ein Virus entschärft.

Schimpfen bringt nix – außer Magengeschwür!

Geben wir wieder mehr den Raum zur (sachlichen!) Diskussion jenen, die tatsächlich unsere Maßnahmen setzen (Politiker*innen) und jenen, die die Vorgänge beobachten und kritisch hinterfragen (Kritiker*innen, Opposition, Wissenschaftler*innen, Journalist*innen) oder sich wirklich auskennen (Expert*innen, je nach Themenfeld). Andere Meinungen sollten wieder mehr akzeptiert werden! Es gibt Menschen, die hinterfragen die Vorgehensweise der Regierung und sind deshalb aber nicht „Corona-Leugner“ (!!). Es gibt auch welche, die sich aus diversen Gründen strenger an Regelungen halten und diese sind nicht chip-implantierte, von der Regierung gezahlte Menschen (also ich kriege keinen Cent!).

Ein paar Gedanken zum Mittelweg

Wie immer finde ich ist eine gute Mischung die Lösung. Weder ist alles einfach hinzunehmen, dass man seitens der Politik vorgeschrieben bekommt, noch ist es richtig oder sinnvoll von einer „Corona-Diktatur“ zu sprechen. Nun ja das „Maskerl unter der Nase“ hat mich oft amüsiert oder wenn manche jetzt immer noch Lebensmittel desinfizieren, bevor sie diese berühren, wo man mittlerweile wissenschaftlich bestätigt weiß, dass Luft auch aus der Nase kommt (oh welch Wunder!), aber beim SARS-CoV-2 Virus die vielzitierte „Schmierinfektion“ kein besonderes Problem darstellt, da die Viren sich auf einem Paprika nicht so wohlfühlen wie im Nasenschleim. (Der Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2 ist die respiratorische Aufnahme virushaltiger Partikel, die beim Atmen, Husten, Sprechen, Singen und Niesen entstehen). Wenn aber nach so langer Zeit Leute immer noch in die Handfläche niesen oder meinen, sie müssen zu einem Menschen wie mir eine besondere „Nähe“ zum Ausdruck bringen, kann ich nur mit dem Kopf schütteln (und dann kann auch ich die Produktion von ein bissi Magensäure nicht verhindern…).

Ein gesunder Mittelweg schützt allerdings vor zu viel Frust und Magensäure und schützt auch vor den Viren. Wir sollten aufhören, immer alles in zwei Extreme einzuteilen. Entweder „total dafür“ oder „komplette Gegnerin“… Ich persönlich passe sehr auf, finde aber viele Entwicklungen auf politischer Ebene hinterfragenswert.

Alu-Hut gefällt mir nicht, Alu-Lametta ist besser!
Seife bringt aber definitiv mehr gegen Viren.

Was man aber bei all den Diskussionen und bei all dem Frust nicht vergessen sollte: im Großen und Ganzen versucht man hier mit allen Mitteln einen Staat durch eine Krise zu führen– und da wird es immer Menschen geben, die hinterher (glauben) alles besser zu wissen, oder mit überhaupt nichts zufrieden sind – weil aber die Krise unzufrieden macht und nicht die eine oder andere Maßnahme!

Krise bleibt Krise und ist immer blöd.

Hinterher ist man immer gscheider.

Alternativen zur Krise?

Ich verstehe die Frustation von alleinerziehenden Müttern (und Vätern), leeren Kaffeehausbesitzer*innen von chronisch kranken Menschen, Altersheimbewohner*innen, die Zukunftsängste und die demokratiepolitisch bezogenen Sorgen. Aber ! Das sind nicht die, die sich ständig aufregen und medial nach vorne pushen (über diverse Kanäle und Videoformate der sogenannten „alternativen Medien“). Ich habe leider noch von keinem QAnon Anhänger oder sonstigen „Gegen-eh-alles-Gegner“ einen sinnvollen Alternativvorschlag zu egal welchen Maßnahmen gehört. Ignorieren und nichts dagegen tun hat halt leider auch nicht funktioniert:

Populisten wie Trump („es ist nur eine leichte Grippe“ oder „Erfindung der Demokraten„), Johnson („Ich war im Krankenhaus und habe allen Menschen die Hand geschüttelt„) und Bolsonaro („Hysterie“ und „kleine Grippe“) haben lange die Existenz bzw. Tragweite des Virus abgestritten, bis die Menschen vor ihren Augen wie Fliegen starben. Plötzlich war das Virus doch „echt“ und ein paar Einschränkungen „doch nicht so blöd“. Die vorgeschlagenen Alternativen wie Herdenimmunität wurden aus bestimmen Gründen dann doch beendet: wenn Gräber überfüllt sind, Aufbewahrungshallen voll und Menschen an anderen Krankheiten sterben, weil das gesamte Gesundheitssystem zusammen bricht, dann wird hoffentlich bewusst, dass Pandemien auch historisch betrachtet, nur mit Kontaktreduktion bewältigt werden.

Und dann gilt wie schon im Frühjahr – Ruhe bewahren und keine Panik, es kommen wieder bessere Zeiten!

Alles eine Ansichtssache: „lächelt“ das Feld rund um mich oder bin ich vor lauter Einsamkeit durchgedreht? 🙂

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