Warum sind immunsupprimierte Menschen mehr gefährdet als andere?

Ich lebe seit ca. fünf Jahren mit einem schwachen Immunsystem. Erstmals ist auch öffentlich die Rede von „immunschwachen“ oder immunsupprimierten Menschen.

Immunsuppression ist eine medikamentöse Therapie, mit der die Immunreaktionen des Körpers unterdrückt werden. Das ist bei sehr vielen chronischen Krankheiten notwendig. Zum Beispiel werden Menschen mit verschiedenen Formen von entzündlichem Rheuma (z.B. Kinderrheuma, Psoriasis, Lupus, Morbus Bechterew), mit chronischen entzündlichen Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa), Multiple Sklerose (MS) und andere entzündliche „Autoimmunerkrankungen“ durch diese Medikamente behandelt. (Wer mehr dazu wissen will und wie die Medikamente funktionieren, kann mich gerne kontaktieren). Natürlich gibt es auch hier Abstufungen: Krebspatient*innen, Transplantationspatient*innen usw. nehmen auch Immunsuppressiva, diese sind aber häufig höher dosiert und somit mitunter mehr gefährdet.

Diese Medikamente haben eine Menge Nebenwirkung, dennoch sind viele Menschen mit diesen Krankheiten darauf angewiesen. In meinem Fall war die Krankheit an einem Punkt so weit, dass ich keinen Schritt mehr ohne Schmerzen gehen konnte und tageweise gar nicht aufstehen kann. Ohne diese Medikamente wäre ich demnach noch stärker eingeschränkt.

Eine der einschränkensten Nebenwirkungen ist das schwache Immunsystem.

Ich stecke mich sehr leicht und schnell bei anderen Personen mit Infektionskrankheiten an. Das war auch VOR Corona schon so!

Jede Verkühlung und jede Grippe war und ist für mich „gefährlich“.

Längerer, schwerer Verlauf und Nachwirkungen

Einerseits ist der Verlauf von einer Verkühlung oder eines Infekts bei Menschen mit Vorerkrankungen meistens stärker als bei Menschen ohne. „Gesunde“ „stecken“ eine Verkühlung oft „weg“: zwei Tage etwas Kopfweh, bisschen Schnupfen, aber nicht wirklich massiv krank (zumindest nicht immer 😉). Im Fall von immunsupprimierten Menschen ist dies jedoch leider meistens nicht so. Wir haben oft stärkere Symptome und einen langwierigeren Verlauf. Das liegt erstens an den Medikamenten, denn mit einem gesenkten Immunsystem erholt man sich schwerer. Zeitweise verschiebe ich deshalb meine Medikamente, wenn ich einen Infekt habe, aber das geht nicht immer (bzw. bei allen) und ist auch von der Stärke der Krankheit im Moment abhängig. Zum Zweiten haben Infekte bei Menschen mit chronischen Erkrankungen meistens eine längere Nachwirkung. Nicht nur während dem Infekt haben wir stärkere Symptome der Grunderkrankung (in meinem Fall sind das sehr steife und schmerzende Gelenke), sondern auch danach.

Ich nenne euch ein Beispiel: ich war lange vor Corona verkühlt (nicht grippig) und bin immer noch schwach und nicht „ganz auf der Höhe“, auch wenn ich schon lange keine Verkühlungssymptome mehr habe. Das kann dazu führen, dass die Grunderkrankung verstärkt akut ausbricht (ein sogenannter „Schub“) und man dies mit weiteren, sehr starken Medikamenten behandeln muss (z.B. Cortison). So etwas will man natürlich vermeiden.

Wie könnt ihr immunsupprimierten Menschen helfen? Erfahrt es im nächsten Artikel.

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